News-Bericht

Die Stadt ehrt ihren Künstler: Werner Schubert-Deister im WIR³

Zum 105. Geburtstag von Werner Schubert-Deister zeigt Friedrichroda in der Begegnungsstätte „Wir³" frühe Werke des Malers und Grafikers, der über drei Jahrzehnte in der Stadt lebte und arbeitete.

Ausstellungsplakat und Aufsteller vor der Begegnungsstätte WIR³
Die Ausstellung „Zeichnungen & grafische Arbeiten – Frühe Werke" in der Begegnungsstätte „Wir³" in der Hauptstraße 32.

Am 21. Juli 2026, dem 105. Geburtstag von Werner Schubert-Deister, hat die Stadt Friedrichroda in der Begegnungsstätte „Wir³" in der Hauptstraße 32 eine Ausstellung mit frühen Arbeiten des Künstlers eröffnet. Die Eröffnung war gut besucht, die Stimmung sehr gut und der Abend rundum gut organisiert.

Ein Künstler mit Friedrichroda-Wurzeln

Werner Schubert-Deister (1921–1991) kam am 21. Juli 1921 im thüringischen Hachelbich zur Welt. Erst studierte er Musik, ehe er sich der bildenden Kunst zuwandte und von 1950 bis 1952 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig lernte. Von 1952 bis 1986 lebte und arbeitete er als freischaffender Künstler in Friedrichroda – die Stadt ehrt hier also einen der ihren. Aus dem Zweiten Weltkrieg war er schwer verwundet zurückgekehrt; körperliche Beeinträchtigungen begleiteten ihn sein Leben lang. In Thüringen schuf er zahlreiche sakrale Arbeiten für Kirchen, unter anderem in Gotha, Schmalkalden, Meiningen und Erfurt.

Künstlerisch entwickelte er sich vom Realismus zur Abstraktion. Seine Werke kreisen um Krieg, Gewalt, Zerstörung und menschliches Leiden – ein bewusster Gegenentwurf zum staatlich verordneten Sozialistischen Realismus der DDR. Das brachte ihn in Konflikt mit der Obrigkeit: Nach dem Mauerbau geriet er zunehmend in Isolation, 1979 wurden Förderer von ihm inhaftiert und die Rückgabe von 190 Werken erzwungen. Erst 1986 durfte er mit seiner Familie in den Westen ausreisen, wo er bis zu seinem Tod 1991 in Borsum bei Hildesheim lebte. Umso bewegender ist es, seine frühen Arbeiten heute dort zu sehen, wo sein Weg als Künstler begann.

Gouache Mädchenkopf
„Mädchenkopf", Gouache, 50er Jahre.
Farbholzschnitt Südländer
„Südländer", Farbholzschnitt, 50er Jahre.

Gezeigt werden Zeichnungen und grafische Arbeiten aus den 1950er Jahren – Gouachen, Farbholzschnitte und Zeichnungen, darunter ausdrucksstarke Köpfe und Figuren.

Gäste bei der Eröffnung im Ausstellungssaal
Viele Gäste bei der Eröffnung der Ausstellung.

Wer die Schau möglich machte

Zur Eröffnung war die Familie des Künstlers zu Gast: Christa Schubert-Deister mit den Söhnen David und Jonas. Initiiert und auf die Beine gestellt wurde die Ausstellung vom Maler Gert Weber und Edda Weber gemeinsam mit Herrn Mörstedt. Weber verbindet mit dem Geehrten eine besondere Geschichte: Er arbeitete einst selbst in Schubert-Deisters Friedrichrodaer Atelier. Ihrem Engagement ist zu verdanken, dass die frühen Arbeiten jetzt in Friedrichroda zu sehen sind.

Ansicht aus dem Hintergrund
Ansicht aus dem Hintergrund.

Hingehen lohnt sich

Die Ausstellung ist in der Begegnungsstätte „Wir³" in der Hauptstraße 32 zu sehen. Die Stadt nennt als Öffnungszeiten montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr – die allgemeinen Öffnungszeiten des WIR³ weichen davon allerdings ab (laut Betreibervertrag Dienstag bis Samstag). Ganz genau wissen wir also nicht, wann geöffnet ist; am besten fragen Sie vorher kurz nach. Unsere Empfehlung bleibt trotzdem eindeutig: unbedingt hingehen und anschauen – es lohnt sich.

Quellen

Fotos: Anna Moreno (Unit Kunstverein). Ausstellung: Stadt Friedrichroda. Termine & Informationen: Unit Kunstverein (unitkunstverein.de).

Zur Person: Werner Schubert-Deister und Gert Weber bei Wikipedia. Namen der Gäste und Initiatoren nach Angaben der Stadt Friedrichroda.

Fazit

Eine sehenswerte Schau mit großer Herzlichkeit eröffnet. Geöffnet montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr in der Hauptstraße 32 – hingehen lohnt sich.

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