Windkraft im Wald: der Faktencheck
Dürre? Krank? Kurort kaputt? Mit diesen Ängsten wird das Nein zur Windkraft im Wald begründet. Wir haben jede Behauptung geprüft – mit Quellen direkt am Text.
Dürre? Krank? Kurort kaputt? Mit diesen Ängsten wird das Nein zur Windkraft im Wald begründet — nachzulesen in der Kampagne keine-windkraft-im-wald.de. Wir haben jede Behauptung geprüft und stellen sie dem Fakt gegenüber, mit Quellen direkt am Text.
Dürre und Klima — falsch
Behauptung der Kampagne: Windräder trockneten das Land aus und schadeten dem Klima.
Fakt: Windräder lösen keine Dürren aus, sie senken sogar CO2. Beleg: dpa-Faktencheck.
Infraschall — nicht belegt
Behauptung der Kampagne: Der Infraschall von Windrädern mache krank.
Fakt: Die alten Schreckenswerte beruhen auf einem eingeräumten Rechenfehler der BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe). Mehr dazu bei cleanthinking.
Tourismus — nicht belegt
Behauptung der Kampagne: Windräder vertrieben die Gäste und schadeten dem Tourismus.
Fakt: Die größte Studie der Uni Hannover findet nur kleine, ausgeglichene Effekte (zur Studie). Vor Ort: 2019 über 436.000 Übernachtungen, plus 3,6 Prozent — obwohl hinter dem Nachbarort Waltershausen im Thüringer Becken längst Windräder stehen.
Kurort-Prädikat — nicht in Gefahr
Behauptung der Kampagne: Friedrichroda verliere durch Windräder sein Kurort-Prädikat.
Fakt: Der Deutsche Wetterdienst prüft Bioklima und Luftqualität, nicht die Aussicht (Leistungssteckbrief Kurortklima).
Wald — kein Kahlschlag
Behauptung der Kampagne: Für die Windkraft würden 596 Hektar Wald gerodet.
Fakt: Die 596 Hektar sind Suchgebiete, nicht Rodung — ein Nutzwald, teils vom Borkenkäfer geschädigt. Beleg beim Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE).
Das Geld — worüber die Kampagne schweigt
Behauptung der Kampagne: Auf die Windkraft solle verzichtet werden.
Fakt: Der Windpark zahlt den Gemeinden über 660.000 Euro im Jahr, rund 170.000 an Friedrichroda — gesetzlich nach § 6 EEG. Die Stadt nimmt Kredite auf und hat null freie Spitze, will aber ungeprüft darauf verzichten.
Unsere Einordnung
In dieser Kampagne steckt mehr Angst als Wahrheit. Frage an den Stadtrat: Wurde das geprüft, bevor man den Kurs mitträgt? Wir haben Stadt und Kampagne um Stellungnahme gebeten. Pro und Contra folgt.
In dieser Kampagne steckt mehr Angst als Wahrheit. Unsere Frage an den Stadtrat: Wurde das geprüft, bevor man den Kurs mitträgt? Wir haben Stadt und Kampagne um Stellungnahme gebeten. Pro und Contra folgt.